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TTBL-Halbfinale: Borussia gewinnt Wahnsinnskrimi gegen Bergneustadt

3:2 gegen Bergneustadt nach mehr als vier Stunden

Erstmals wird die Deutsche Tischtennis Meisterschaft im Format eines Final 4 entschieden, und dieses Turnier begann fulminant. Im ersten Halbfinale traf Borussia Düsseldorf auf den TTC Schwalbe Bergneustadt. Es dauerte über vier Stunden, in denen den Zuschauern tolles Tischtennis geboten wurde und die Gefühle am Tisch, in der Box und bei den Fans Achterbahn fuhren. Doch am Ende gewinnt der Rekordmeister diesen Wahnsinnskrimi mit 3:2 und steht somit am Sonntag im Finale.

Schon das erste Match bot einiges, aber es war nur der Anfang. Der Bergneustädter Romain Ruiz ist immer ein unbequemer Gegner, meist am Tisch unberechenbar. Anton Källberg benötigte auch etwas Zeit, um sich darauf einzustellen, und er wurde bis zum Schluss auch immer mal wieder überrascht. Doch umgekehrt ebenfalls: Im dritten Durchgang machte der Schwede beispielsweise aus einem 1:6 noch ein 11:7 und ging somit in Satzführung. Diesen Schwung nahm der Schwede mit. Mit 11:3 brachte er das Match sicher nach Hause. „Ich habe meine Aufschläge verändert und ich konnte ihn im Verlauf auch immer besser lesen und habe ihm so weniger Chancen gelassen“, analysiert Källberg sein Match anschließend. „Ich bin froh, diesen Punkt für die Borussia geholt zu haben.“

Nervenstärke bewies anschließend zunächst auch Dang Qiu. Gegen Benedikt Duda stand es rasch 5:10, doch der Düsseldorfer wehrte nicht nur die fünf Satzbälle in Folge ab, sondern verwandelte seinen ersten im Gegenzug zum 12:10. Kurioserweise verlief der nächste Durchgang fast genau gleich. 5:10 und somit erneut eine ganze Handvoll Chancen für Duda, die Qiu allesamt abwehrte. Allerdings ging der Durchgang schließlich doch noch mit 12:10 an den Bergneustädter. Die beiden Nationalmannschaftskollegen kennen sich gut und es sind immer spannende Begegnungen, und so war es auch heute: ein Duell auf absoluter Augenhöhe mit Rallyes, bei denen die Zuschauer in der Halle die Luft anhielten. Vor allem auch wieder, als diesmal der Borusse vier Satzbälle hatte und Duda seinerseits herankam. Doch der letzte zum 11:9 passte. Nach einem weiteren knappen 9:11 musste der fünfte Satz die Entscheidung bringen. Die fiel zugunsten des Bergneustädters, wieder mit nur zwei Punkten Vorsprung. Düsseldorf musste den Ausgleich hinnehmen und es ging mit einem 1:1 in die Pause.

Kanak Jha hatte es auf dem Schläger, die Borussia im Anschluss an die Unterbrechung wieder in Führung zu bringen. Und nach dem ersten 11:2 für den Deutsch-Amerikaner gegen Leo de Nodrest sah es nach einer schnellen Partie aus. Dann wurde auch dieses Match eng: 9:11, 11:9 und 8:11 aus Sicht des Borussen. Erneut ging es über die volle Distanz. Der Bergneustädter war in einem regelrechten Spielrausch, ihm gelang fast alles. Auch der Spielgewinn. Jha musste gratulieren und für sein Team ging es im Spitzenspiel bereits um alles.

Anton Källberg traf auf Benedikt Duda. Wie nicht anders zu erwarten, ein absolutes Topspiel. Von Beginn an bereits hochklassig und spannend – und es wurde im Verlauf noch besser. Ein Weltklassematch, ein echter Schlagabtausch. Die ersten beiden Durchgänge gingen an Duda, doch damit war noch lange nichts entschieden. Gerade im dritten Durchgang zeigten die beiden Tischtennis vom Feinsten – und Källberg kam heran und glich sogar aus. Der fünfte Satz trieb die Stimmung in der Halle auf die Spitze und die beiden Akteure standen dem in nichts nach. Am Ende jubelte Anton Källberg. Völlig verdient nach dieser Leistung.

„Ich habe auch diesmal wieder nur ein paar Dinge während des Spiels verändert und versucht, noch besser reinzukommen. Ich wusste, wenn mir das gelingt, ist wieder alles offen“, so der Schwede.

Und genau das galt dann auch für das gesamte Halbfinale: 2:2 nach den Einzeln – alles wieder offen. Das Doppel entschied, wer als Erstes ins Endspiel einzieht. Adrien Rassenfosse und Leo de Nodrest erwischten den besseren Start, doch Dang Qiu und Yongyin Li auf Borussias Seite glichen rasch aus. Ab Satz drei wurden die Ballwechsel länger und einige waren spektakulär. Genau wie das Comeback der Düsseldorfer. Qiu und Li hatten sich eingespielt und machten Punkt um Punkt. Mit 3:1 ging das Doppel an die Borussia, die damit 3:2 gegen ein starkes Team aus Bergneustadt gewann und morgen um den Pokal spielen wird. Gegen wen, das steht noch nicht fest. Im zweiten Halbfinale spielen Saarbrücken und Bremen.

„Ja, Wahnsinn“, war das erste, was Chefcoach Danny Heister nach dem Match einfiel. „Wir wussten, dass es so kommen könnte. Die Aufstellung war so, wie wir es eigentlich wollten. Dang gegen Bene war schon ein dramatisches Spiel, er hatte 8:6 geführt im fünften Satz. Kanak war ein bisschen nervös, er hat nicht so gelöst gespielt, wie er es sonst eigentlich kann und die Saison über immer gezeigt hat. Anton liegt 0gegenn Duda 0:2 zurück. Aber er hat immer weiter gekämpft, immer versucht, Lösungen zu finden, war einfach bereit. Und dann das Doppel. Das war schwer nach dreieinhalb Stunden auf der Bank für Li, das hat man am Anfang auch ein bisschen gemerkt, und etwas nervös war er auch. Aber er hat sich toll reingearbeitet“, so dann die Analyse. „Jetzt ein bisschen ausruhen und dann geht es morgen weiter.“

Und zwar gleiche Uhrzeit, gleicher Ort: Das Finale findet am Sonntag, 31. Mai, um 13 Uhr in der Süwag Energie Arena Frankfurt statt.

Das Spiel in der Übersicht
Borussia Düsseldorf - TTC Schwalbe Bergneustadt  3:2

Anton Källberg - Romain Ruiz 3:1 (10:12, 11:9, 11:7, 11:3 )
Dang Qiu -Benedikt Duda 2:3 (12:10, 10:12, 11:9, 9:11, 9:11)
Kanak Jha - Leo de Nodrest 2:3 (11:2, 9:11, 11:9, 8:11, 5:11)
Anton Källberg - Benedikt Duda 3:2 (9:11, 6:11, 11:6, 11:7, 11:8)
Dang Qiu/Yongyin Li - Andrien Rassenfosse/Leo de Nodrest 3:1 (5:11, 11:4, 11:7, 11:6)

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