Dang Qiu und Sabine Winter führen deutsche EM-Aufgebote an
Individual-Europameisterschaften vom 11. bis 18. Oktober
Die Nominierungen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) für die Europameisterschaften in Ljubljana (Slowenien) stehen fest. Insgesamt sieben Spieler und fünf Spielerinnen gehen vom 11. bis 18. Oktober in der Arena Stozice an den Start. Angeführt werden die deutschen Aufgebote von Sabine Winter und Dang Qiu, den aktuellen Nummern neun und zehn der Welt. Nach viermal Edelmetall vor zwei Jahren in Linz zählen die Spielerinnen und Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes auch diesmal in allen Wettbewerben zu den Medaillenanwärtern. In Slowenien werden die Titel im Einzel, Doppel und Mixed vergeben.
Fünf Spielerinnen im Damen-Aufgebot
Die deutschen Damen sind in Slowenien mit fünf Spielerinnen vertreten. Angeführt wird das Aufgebot von der World-Cup-Dritten Sabine Winter. Die Dachauerin gewann in diesem Jahr unter anderem das Europe Top 16 und steht an der Spitze der Europarangliste. Bandscheibenprobleme im Nacken unterbrachen im Sommer allerdings mit einer längeren Zwangspause die Erfolgsserie der 32-Jährigen. Dennoch zählt Winter zusammen mit den ehemaligen Europe-Top-16-Siegerinnen Ying Han (Tarnobrzeg, Polen) und Nina Mittelham (Berlin) sowie der dreimaligen Deutschen Meisterin Annett Kaufmann (Kolbermoor) zum engsten Kreis der Titelanwärterinnen. Ergänzt wird das Aufgebot durch die ehemalige U21-EM-Zweite Franziska Schreiner (Fürstenfeldbruck), die sich in einem internen Ausscheidungsturnier den fünften Platz im Team sicherte.
DTTB-Herren diesmal mit sieben Startern
Das Aufgebot der Herren vergrößert sich gegenüber 2024 auf insgesamt sieben Athleten. Andre Bertelsmeier (Bad Königshofen) als Europameister und Wim Verdonschot (Dortmund) als Zweitplatzierter verdienten sich bei den U21-Europameisterschaften in diesem Jahr direkte Startplätze. Die beiden Youngster ergänzen damit das übliche fünfköpfige EM-Kontingent. An der Spitze des Aufgebots steht Dang Qiu (Düsseldorf), der am vergangenen Sonntag beim WTT Star Contender Astana mit einem Sieg im Duell der Europameister von 2022 und 2024 über seinen Nachfolger Alexis Lebrun (Frankreich) seine Ambitionen für die Titelkämpfe untermauerte. Dimitrij Ovtcharov (Fulda), Europameister der Jahre 2013 und 2015, der ehemalige Europe-Top-16-Sieger Patrick Franziska (Saarbrücken), der EM-Zweite von 2024 Benedikt Duda (Bergneustadt) und der deutsche Vorjahresmeister Kay Stumper (Mühlhausen) komplettieren das Team der Herren.
Deutschland spielt in Ljubljana um Medaillen
Bei der im Zweijahresrhythmus ausgetragenen Individual-EM standen die DTTB-Asse 2024 in Linz (Österreich) insgesamt viermal auf dem Siegerpodest. Im Herren-Einzel gewann Benedikt Duda die Silbermedaille hinter Alexis Lebrun (Frankreich), Dritter wurde der ehemalige Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov. Bei den Damen erkämpfte sich Nina Mittelham zwei Jahre nach ihrer Silbermedaille von München in Linz Bronze. Außerdem feierte das Mixed Patrick Franziska/Annett Kaufmann mit Platz drei eine gelungene Premiere. Ein Jahr später holten bei den Team-Europameisterschaften in Zadar (Kroatien) zudem die deutschen Damen Gold, die DTTB-Herren gewannen Bronze.
Auch 2026 zählen die Spielerinnen und Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes wieder in allen Wettbewerben zu den Medaillenanwärtern. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gehören die Top Vier des Aufgebots zum Kreis der Favoriten. In den Doppel-Konkurrenzen ist der DTTB mit den Duos Duda/Qiu, Franziska/Ovtcharov, Kaufmann/Mittelham und Han/Winter vertreten. Im Mixed gehen Franziska/Kaufmann und Duda/Mittelham an den Start.
Sportvorstand Prause erwartet eine spannende Europameisterschaft
DTTB-Sportvorstand Richard Prause erwartet eine überaus interessante EM in Slowenien: „Wir wollen die EM in Ljubljana auf der einen Seite nutzen, um auch diesmal wieder konkurrenzübergreifend um die Medaillen mitspielen zu können. Andererseits geht es für uns darum, im Doppel und im Mixed verschiedene Paarungen auszuprobieren, beispielsweise Sabine Winter zusammen mit Ying Han im Doppel und Benedikt Duda an der Seite von Nina Mittelham im Mixed. Diese EM wird sehr spannend, und wir sind sehr motiviert, unser bestes Tischtennis zu zeigen. Zudem bin ich gespannt darauf, wie unsere jüngeren Spieler sich im internationalen Vergleich behaupten.“
China Smash sorgt für schwierige EM-Vorbereitung
Eine ungewöhnliche Herausforderung wartet bereits vor dem ersten Ballwechsel in Ljubljana. Der unmittelbar vorgeschaltete China Smash (1. bis 11. Oktober) in Peking endet erst am Eröffnungstag der Europameisterschaften. Spielerinnen und Spieler, die in China lange im Wettbewerb bleiben, müssen damit praktisch ohne EM-Vorbereitung von Peking nach Slowenien weiterreisen.
DTTB-Sportvorstand Richard Prause kritisiert die Terminkollision: „Wir sind natürlich sehr unzufrieden über die terminliche Konstellation, dass unsere Spieler praktisch direkt vom Grand Smash aus China zur EM reisen müssen. Wir hoffen sehr, dass es eine einmalige Ausnahme bleibt. Bei WTT wird es in Zukunft Veränderungen geben, die hoffentlich dazu führen, dass die Terminpläne künftig wieder deutlich besser abgestimmt sein werden. Der einzige Trost ist, dass für alle Nationen bei der EM die gleichen Voraussetzungen gelten.“
Das EM-Aufgebot des DTTB für Ljubljana* (11. bis 18. Oktober)
Herren
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, Weltranglistenplatz 10), Dimitrij Ovtcharov (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 20), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 24), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 37), Andre Bertelsmeier (TSV Bad Königshofen, WR: 61), Wim Verdonschot (BV Borussia Dortmund, WR: 62), Kay Stumper (Post SV Mühlhausen, WR: 91)
Damen
Sabine Winter (TSV Dachau, WR: 9), Ying Han (KTS Tarnobrzeg/Polen, WR: 16) Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 29), Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor, WR: 42), Franziska Schreiner (TuS Fürstenfeldbruck, WR: 142)
Die Meldung für die Doppel-Konkurrenzen
Herren-Doppel
Benedikt Duda/Dang Qiu, Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov
Damen-Doppel
Annett Kaufmann/Nina Mittelham, Ying Han/Sabine Winter
Mixed
Patrick Franziska/Annett Kaufmann, Benedikt Duda/Nina Mittelham
*Pro Nation dürfen maximal zwei Kombinationen gemeldet werden
Stimmen im Vorfeld
Dang Qiu, Borussia Düsseldorf:
Vergangenen Sonntag hast Du bei Deinem Titelgewinn in Astana das Duell der Europameister von 2022 und 2024 gewonnen. Wie viel Selbstvertrauen gibt Dir das knapp drei Wochen vor der EM?
„Jeder Sieg, ein Turniererfolg gegen einen Weltklassemann wie Alexis Lebrun umso mehr, gibt einem noch einmal zusätzlich Selbstvertrauen. Fakt ist aber auch, dass jeden Tag die Karten wieder neu gemischt werden und ich hart an mir arbeiten muss, um bei der EM in Topform zu sein. Dazwischen liegt ja auch noch der China Smash, bei dem vieles passieren kann.“
Im Einzel und im Mixed mit Nina Mittelham warst Du schon Europameister. Im Doppel mit Benedikt Duda fehlt Dir eine Medaille aber noch. Ist es diesmal so weit?
„Benne und ich sind ein Weltklassedoppel, aber die EM-Medaille fehlt uns überraschenderweise wirklich noch. An der schrauben wir nun schon eine ganze Weile. Wir hoffen, dass es in Ljubljana mit etwas Glück nun endlich klappt.“
Jörg Roßkopf, Herren-Bundestrainer
Die Spitze liegt in Europa sehr dicht zusammen, und im Einzel gibt es so viele Titelaspiranten wie selten – darunter auch diesmal wieder einige Deutsche. Mit welchen Erwartungen reist der Herren-Bundestrainer zur EM?
„Es wird ein ungemein spannendes und interessantes Turnier. Wie eng die Spitze international beieinanderliegt, zeigen die Siegerlisten der Turniere, in denen fast jede Woche ein anderer Name auftaucht. Auch unsere Jungs reisen nach Slowenien mit dem Gefühl, gewinnen zu können und auch zu wollen. Auch wenn Felix und Alexis Lebrun, dazu Truls Möregårdh, aktuell Europas Beste sind, haben viele Spieler die Chance auf den Titelgewinn. Nicht zuletzt Darko Jorgic, der in seinem Heimatland Slowenien immer gut spielt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe junger Spieler, dazu zählen auch Andre, Wim und Kay, die immer für eine Überraschung gut sind.
Was man natürlich ansprechen muss, ist, dass die Spieler wegen des China Smash praktisch direkt aus Peking zur EM reisen müssen. Null Tage Vorbereitung und eine Anreise direkt von einem anderen Turnier – das hat es bei einer EM noch nie gegeben. Wenn man in Peking noch im Achtelfinale vertreten ist, spielt man seinen ersten Ball in Slowenien erst, wenn das Turnier schon begonnen hat. Dazu kommt neben der fehlenden Erholung und der Reisebelastung die Umstellung auf neue Bälle und neue Tische. Das zeigt, wie wenig sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Das darf so nie wieder passieren.“
Mit welchem sportlichen Anspruch reist der DTTB zur Individual-EM?
„Wir wollen die EM in Ljubljana Seite nutzen, um auch diesmal wieder konkurrenzübergreifend um die Medaillen mitspielen zu können. Zugleich geht es für uns darum, im Doppel und im Mixed verschiedene Paarungen auszuprobieren, beispielsweise Sabine Winter zusammen mit Ying Han im Doppel und Benedikt Duda an der Seite von Nina Mittelham im Mixed. Diese EM wird sehr spannend, und wir sind sehr motiviert, unser bestes Tischtennis zu zeigen. Zudem bin ich gespannt darauf, wie unsere jüngeren Spieler sich im internationalen Vergleich behaupten.“
Thema Terminkalender: Der Schlusstag des am 1. Oktober beginnenden China Smash ist gleichzeitig der Eröffnungstag der EM am 11. Oktober. Bleibt da überhaupt Zeit für eine Vorbereitung auf das immerhin wichtigste Turnier Europas?
„Wir sind natürlich sehr unzufrieden über die terminliche Konstellation und die Tatsache, dass unsere Spieler praktisch direkt vom Grand Smash aus China zur EM reisen müssen. Wir hoffen sehr, dass es eine einmalige Ausnahme bleibt. Bei WTT wird es in Zukunft Veränderungen geben, die hoffentlich dazu führen, dass die Terminpläne künftig wieder deutlich besser abgestimmt sein werden. Der einzige Trost ist, dass für alle Nationen bei der EM die gleichen Voraussetzungen gelten.“
Quelle: DTTB
Foto: Jörg Fuhmann


